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Essstörungen: Wann ist eine Therapie sinnvoll?

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Nicht bei jeder kurzzeitigen Essstörung ist sofort eine stationäre Therapie erforderlich - aber jede Störung sollte dennoch ernstgenommen werden. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um sich in Therapie zu begeben, erfahren Sie jetzt.

Ohne Hilfe geht es nicht

Unbehandelte Essstörungen sind chronischer Natur. Das heißt, dass sie ohne externe Hilfe nicht "einfach so" wieder verschwinden. Der langwierige Prozess auf dem Weg zur Genesung ist mit hohen Anstrengungen verbunden und oft von Rückfällen geprägt. Da die Nahrungsaufnahme ein fester Bestandteil unseres Lebens ist und dem Alltag auch Struktur verleiht, ist es leider nicht möglich, dem Problem aus dem Weg zu gehen. Alkohol etwa lässt sich vermeiden - doch um die Nahrungsaufnahme kommt kein Mensch herum.

Unter anderem diese Tatsachen und auch die sehr individuelle Natur von Essstörungen sind dafür verantwortlich, dass selbst zehn Jahre nach Beginn einer Therapie nur etwa 50 Prozent aller Patientinnen und Patienten als geheilt gelten können. Weitere 30 bis 40 Prozent erfüllen in der Regel nicht mehr die Kriterien, die für die klinische Diagnose einer Essstörung erforderlich sind - doch der Alltag wird nach wie vor von den Restsymptomen der Erkrankung beeinflusst. Diese Zahlen mögen entmutigend wirken. Falsch verstehen sollten Sie sie jedoch nicht: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg - bei jeder Art von Essstörung.

Wann sollte ich eine Therapie beginnen?

Es ist für Männer und Frauen nicht einfach, zu erkennen, wann eine Essstörung vorliegt und wann nicht. Zwar existieren klinische Kriterien für eine Essstörung - doch bevor Sie (oder eine Ihnen nahestehende Person) diesen Schritt gehen, müssen Sie zunächst selbst erkennen, dass ein Problem vorliegt. Ohne jenes Problembewusstsein kann eine Therapie nicht beginnen.

Selbst Menschen, die stark unter- oder übergewichtig sind, erkennen ihr Defizit nicht sofort - unter anderem aufgrund einer verzerrten Realitätswahrnehmung, die mit Essstörungen oft einhergeht. Als gute Grundregel gilt: Wenn Gedanken an das Essen oder Hungern den Alltag bestimmen und alle anderen Aktivitäten der Nahrungsaufnahme oder der Vermeidung von Nahrungsaufnahme untergestellt werden, sollten Sie nachdenklich werden.

Manche Menschen ernähren sich hingegen sehr bewusst und achten auf ein gutes Körpergefühl, das mit einer gesunden Nahrungsaufnahme in Verbindung steht. Dieses obsessiv wirkende Verhalten wiederum ist nicht unbedingt eine Essstörung - und verdeutlicht, warum die Selbstdiagnose so schwierig ist.

Der Schritt zur professionellen Hilfe

Es braucht Mut, um professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Schließlich müssen Sie sich eine Schwäche eingestehen ("Ich werde mit dem Problem nicht allein fertig."). Ob eine Therapie in Ihrem Fall sinnvoll bzw. für Ihre Gesundheit sogar absolut notwendig ist, können Fachkräfte entscheiden. Sie sind geschult und erfahren und stellen sicher, dass Sie diejenige Hilfe erhalten, die Sie für eine vollständige Genesung benötigen. Eine Therapie in Erwägung zu ziehen, ist immer dann sinnvoll, wenn Sie ganz einfach unter Ihrem eigenen Essverhalten leiden - in welcher Form auch immer.