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TCE-Blog

28. Dezember 2016 · Erfahrungsbericht

Auf in die Höhe

Bericht Nr. 4 zu Therapieausflügen – von Simone Schiele

Höhenangst. Drum nicht in den Urlaub fliegen und nicht Skifahren gehen können. Darauf könnte man verzichten, wenn man nicht den Traum hätte, nach der Therapie im TCE mit dem Partner irgendwann nach Australien zu reisen. Somit entstand mit einer ehemaligen Patientin vor einiger Zeit ein weiterer Therapieauftrag außerhalb der TCE Räumlichkeiten. Gut, ins Flugzeug konnten wir nicht; dafür befand sich der Olympiapark mit seinem Turm in unmittelbarer Nähe und der lößte reichlich Angst bei der betroffenen Patientin aus. Mit dem Aufzug also hoch, Schlucken zum Druckausgleich. Oben angekommen, näherten wir uns den riesigen Panoramafenstern, und meine Patientin blickte aus der Himmelsperspektive nicht nur auf München, sondern auch auf ihre Angst. Die zu Beginn sehr hoch war, im Verlauf der einstündigen Verweildauer auf dem Turm aber zunehmend abnahm. Im Anschluss fuhren wir zum Marienplatz mit dem Ziel: Glasaufzug an der Außenfassade im Hugendubel; hoch und runter, hoch und runter. Und zu guter Letzt der Alte Peter, der zusätzlich zur Höhenangst, auch Platzangst und erhöhten Puls durch den engen Aufstieg im Treppenhaus auslöste. Die exponierte Aussicht von dort oben mit direktem Blick nach unten in die Tiefe, rief noch Unbehagen in der Patientin hervor; jedoch längst nicht mehr so eine ausgeprägte Angst wie noch zu Beginn unseres Ausfluges. Stolz und erleichtert stieg sie schließlich mit mir ab. Wieder einen weiteren Therapiebaustein bewältigt.

Bildnachweis: ClipDealer

Über die Autorin

Simone Schiele hat Psychologie in Bonn und Salzburg studiert und ist seit 2008 als approbierte psychologische Psychotherapeutin im TCE tätig. Als Bezugstherapeutin begleitet sie in Einzeltherapie ihre PatientInnen. Sie leitet derzeit die Fertigkeitengruppe und fördert dabei den Umgang mit Gefühlen, den  Aufbau von sozialen Fertigkeiten, den Abbau von Anspannungszuständen und die Entwicklung von Achtsamkeit. Neben ihrer Teilzeittätigkeit im TCE leistet sie zuhause Familienarbeit. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gerne mit ihrer Familie und ihren Freunden, sowie mit Yoga, Literatur, Filmen und Theater.