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Für Dein Leben ohne Essstörung.

TCE-Blog

08. April 2020 · Erfahrungsbericht

Essstörungstherapie in den Zeiten der Pandemie (Teil 2)

Während unsere älteren Patientinnen das Glück haben, in der therapeutischen Wohngruppe zu wohnen, basiert unser Therapieangebot für die Jüngeren (12- bis 15-Jährigen) auf einer rein tagklinischen Behandlung, bei der die Jugendlichen insbesondere die Wochenenden stets zuhause in ihren Familien verbringen.

Dieser ständige Wechsel stellt aus unserer Sicht derzeit ein zu hohes Risiko für die Patientinnen dar, sodass wir die Therapie für die jüngeren Patientinnen schweren Herzens vorübergehend aussetzen mussten. Aber natürlich lassen wir die Betroffenen und ihre Familien nicht im Stich. Sie bekommen von uns jede Woche einen ausführlichen Speiseplan und die Therapeutinnen telefonieren regelmäßig, zwei- oder dreimal pro Woche, mit unseren jüngeren Patientinnen und ihren Eltern. Natürlich kann dies eine intensive tagklinische Therapie nicht ersetzen, aber es ist doch eine hilfreiche Unterstützung in dieser schwierigen Zeit.

Wir hoffen sehr, dass wir die Therapie für unsere jüngeren Patientinnen bald wieder wie gewohnt aufnehmen können. Leider wissen wir noch nicht, wann die allgemeine Risikolage dies wieder erlauben wird.

Da Menschen, die von außerhalb kommen (mit Ausnahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter), das TCE nicht betreten dürfen, mussten wir auch all unsere Info-Abende, Nachbetreuungsveranstaltungen und Essstörungsdialoge bis auf weiteres absagen. Zeitweilig mussten auch unsere Erstgespräche pausieren. Diese haben wir mittlerweile wieder aufgenommen, wir führen die Gespräche allerdings nur telefonisch. Vor jeder Neuaufnahme findet zudem ein ausführliches Screening hinsichtlich der aktuellen Risikofaktoren statt. Auch für die jüngeren Patientinnen bieten wir Erstgespräche an.

Meldet Euch also gerne bei uns, wenn Ihr Euch für eine Behandlung im TCE interessiert.


 

 

 

 

Bildnachweis: TCE/Christin Büttner

Über die Autorin

Dr. Karin Lachenmeir ist Psychologische Psychotherapeutin und seit 2002 im TCE tätig, seit 2008 als Leiterin der Einrichtung. Sie ist approbierte Verhaltenstherapeutin und hat Weiterbildungen in Körpertherapie und Systemischer Beratung absolviert. Seit rund fünf Jahren ist sie zudem als Dozentin und Supervisorin für verschiedene Münchner Weiterbildungsinstitute tätig. Am TCE hat sie die Verantwortung für alle personellen, organisatorischen und fachlichen Fragen. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten lesend oder schreibend, auf ausgedehnten Spaziergängen, im Kino, im Theater oder auf Reisen.