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TCE-Blog

10. Juni 2020 · Aktuelles

Interessante Fragestellung: Welchen Einfluss hat eine Anorexie auf den Grundumsatz/Ruheumsatz des Körpers?

Wie reagiert der Körper auf ein langfristiges, chronisches Energiedefizit? Stefanie Gasteiger, Masterstudentin im Studiengang „Health Services" an der TU München, versucht dies herauszufinden und hat uns um Unterstützung für ihr Forschungsprojekt gebeten. Sie interessiert sich insbesondere für die Frage, welchen Einfluss eine Anorexie auf den Grundumsatz/Ruheumsatz des Körpers hat. Da wir dies für eine außerordentlich interessante Fragestellung halten, unterstützen wir ihre Untersuchung gerne. Falls Ihr also aktuell an einer Anorexie leidet oder früher einmal an Anorexie erkrankt wart, bitten wir Euch ganz herzlich um Eure Mitwirkung. Hier Frau Gasteigers Anfrage.

"Ziel meiner Studie ist es, die Anpassungen des Körpers auf ein langfristig, chronisches Energiedefizit besser zu verstehen. Von besonderem Interesse sind hier vor allem der Ruheumsatz und dessen Beeinflussung durch die Körperzusammensetzung. Bei der betreffenden Extrempopulation handelt es sich um akute Anorexia Nervosa sowie um genesene Anorexia Nervosa PatientInnen.

Messungen im Rahmen der Masterarbeit
Zur Erhebung meiner Studie sind folgende Messungen geplant: eine Bioimpedanzanalyse (BIA), eine indirekte Kalorimetrie-Ruheumsatzmessung und eine Urinprobe (Feststellung der ausreichenden Hydration) sowie ein Fragebogen zu sozioökonomischen/medizinischen Faktoren.

Da es sich bei der BIA um eine detaillierte Messung der Körperzusammensetzung (u.a. die gesamte Fett- oder Wassermasse innerhalb des Körpers, Gewicht etc.) handelt, werden während der Messung spezielle Vorkehrungen getroffen, so dass die sensibel zu behandelnden TeilnehmerInnen keine Ergebnisse sehen. Außerdem werden Messergebnisse in keinem Fall mit StudienteilnehmerInnen geteilt. Sollten Sie sich bzw. Ihre PatientInnen dazu bereit erklären, an meiner Studie teilzunehmen, werden die Messungen für die ProbandInnen ca. 1 ½ Stunden in Anspruch nehmen (Anwesenheit des Therapeuten/Arztes am TUM Campus nicht notwendig).

Zusätzlich wird eine Einverständniserklärung unterschrieben, sodass TeilnehmerInnen die Studie zu jedem Zeitpunkt beenden können. Alle Daten werden außerdem anonymisiert erhoben und gespeichert, so dass keine Rückschlüsse auf die TeilnehmerInnen möglich sind.

Therapeutisch relevante Ergebnisse
Wenn die metabolischen Prozesse und Anpassungen auf ein Energiedefizit langfristig besser erforscht werden, ist es möglich, die Therapien und Behandlungen dementsprechend anzupassen. Es bieten sich eventuell neue Möglichkeiten, Anorexia Nervosa PatientInnen Hilfe anzubieten und Nebenwirkungen des „Refeedings" zu minimieren. Außerdem gibt es Aufschlüsse darüber, wann / inwiefern sich der Ruheumsatz nach einer solchen Essstörung wieder „normalisiert" bzw. ob dieses überhaupt geschieht.

Gerne kann ich Ihnen die finalen Studienergebnisse nach Abschluss meiner Masterarbeit zukommen lassen, geben Sie diesen Wunsch einfach explizit via Email/Telefon bei Kontaktaufnahme an.

Hygienemaßnahmen aufgrund der aktuellen COVID-19 Situation
Der Lehrstuhl hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München ein Hygiene- und Sicherheitskonzept erstellt. Die ausgearbeiteten Maßnahmen (mind. 1,5 – 2 Meter-Mindestabstand, Handhygiene, Maskenpflicht, Lüftungszyklen, max. 3 Leute in einem Raum) werden strengstens eingehalten, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Der Fragebogen wird aus diesen hygienischen Sicherheitsgründen bereits vorab per E-Mail versandt.

Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie mich gerne jederzeit unter 0151/53952576 oder via steffi.gasteiger@tum.de."

Bildnachweis: unsplash.com/Brooke Cagle

Über die Autorin

Dr. Karin Lachenmeir ist Psychologische Psychotherapeutin und seit 2002 im TCE tätig, seit 2008 als Leiterin der Einrichtung. Sie ist approbierte Verhaltenstherapeutin und hat Weiterbildungen in Körpertherapie und Systemischer Beratung absolviert. Seit rund fünf Jahren ist sie zudem als Dozentin und Supervisorin für verschiedene Münchner Weiterbildungsinstitute tätig. Am TCE hat sie die Verantwortung für alle personellen, organisatorischen und fachlichen Fragen. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten lesend oder schreibend, auf ausgedehnten Spaziergängen, im Kino, im Theater oder auf Reisen.